Paralympisches Jugendlager Rio: Eine Reise, die Sehnsucht weckt

Als am 21.09.2016 um 6 Uhr der Flieger mit den Teilnehmern des Paralympischen Jugendlagers in Frankfurt gelandet war, ging für alle eine intensive und emotionale Reise zu Ende.

Seitens des WBRS waren 8 jugendliche Teilnehmer im Alter von 12 bis 18 Jahren und 3 ehrenamtlich tätige Betreuer beim Jugendlager vertreten. Erstmals seit es ein Nationales Paralympisches Jugendlager gibt kooperierten verschiedene Landesverbände miteinander. So konnten Teilnehmer aus den Landesverbänden Württemberg und Bayern zusammen mit der Deutschen Behindertensportjugend verreisen. Besonderer Dank geht an die Lechler Stiftung, der Otto-Kässbohrer-Stiftung, sowie der Robert Bosch GmbH und der Daimler AG, ohne deren finanzielle Unterstützung keine Beteiligung der Württemberger am Jugendlager möglich gewesen wäre.
Nachdem im Vorfeld der Paralympischen Spiele offen über eine Absage spekuliert wurde, konnten sich die Jugendlichen selbst davon überzeugen, dass die Paralympics das waren, was die Olympischen Spiele nicht sein konnten. Durch günstige Ticketpreise, war es möglich, dass ganze Familien die Wettkämpfe besuchen konnten. So entstand bei den Veranstaltungen eine unglaubliche Stimmung, welche die brasilianische Lebensfreude sehr gut vermitteln konnte. Alle hatten das Gefühl, dass die Brasilianer sich freuten, dass die Sportler und Zuschauer aus aller Welt vor Ort waren.
Neben den vielen Wettkämpfen konnten die Teilnehmer sich auch einen Eindruck von der Stadt Rio de Janeiro selbst machen und die Einwohner mit allen ihren Besonderheiten kennen lernen. Bei einem Besuch des Sozialzentrums Centenario in Novo Friburgo wurde den Teilnehmern vermittelt, dass Bewegung und Sport unabhängig von Herkunft und Sprache verbinden und gemeinsam Freude bereiten kann.  Ebenfalls gab es einen Austausch mit Jugendlichen im Institute Bola Pra Frente. Dort wurde Abseits der offiziellen Spiele unter anderem Fußball und Sitzvolleyball gespielt sowie Capoeira ausprobiert.
Auch der Besuch des Paralympischen Dorfes wa160907 Jugendlager Rio Foto Rieker kl 2ar für die Teilnehmer eine prägende Erfahrung. Es ist durchaus möglich, dass einige Teilnehmer des Jugendlagers sich mit den Eindrücken und Erlebnissen im Gepäck mit so viel Motivation und Leidenschaft auf das Ziel Paralympics fokussieren, dass sie selbst 2020 eine solche Unterkunft in Tokio beziehen werden. So war Niko Kappel selbst Teilnehmer des Jugendlagers bei den Paralympischen Spielen 2012 in London. Er holte nun in Rio die erste Goldmedaille für die Deutsche Mannschaft im Kugelstoßen.
Die unterschiedlichen Erlebnisse und Erfahrungen werden die Teilnehmer des Jugendlagers ihr Leben lang begleiten. Auch wenn es keine Erholungsreise und teilweise sehr anstrengend und stressig war, will es die Intention eines solchen Jugendlagers sein, den Teilnehmern die Motivation und Energie zu geben, sich in ihrer Sportart selbst bis an die Weltspitze zu kämpfen oder sich ehrenamtlich im Behindertensport zu engagieren. Um es mit den Worten von Antoine de Saint-Exupery zu sagen: „Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“ In diesem Sinne erhoffen wir uns für die Teilnehmer eine Laufbahn im Leistungssport oder Ehrenamt.

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